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Ein August, der dann doch nicht so leer war

Ehrlich gesagt wollte ich diesen Monat schon zehnmal weiterschreiben und hab's nie geschafft. Der August ist einfach so durchgerauscht, zwischen Terminen, Hitze und dann wieder Terminen. Rückblickend war aber mehr los, als das Blog-Schweigen vermuten lässt – eigentlich sogar ziemlich viel. Zeit, das nachzuholen, auch wenn's mit ein paar Wochen Verspätung kommt.

Kurztrip nach Dänemark

Los ging's am 3. und 4. August mit zwei Kollegen nach Ringe in Dänemark. Ringe liegt mitten auf Fünen, der drittgrößten dänischen Insel – flach, ländlich, keine Postkartenkulisse, eher ein Ort für Termine als für Urlaubsstimmung. Sebastian und ich waren nur für einen Tag dort, und der hatte es in sich: Übergabe, zwei Personalgespräche hintereinander, dazwischen kaum Luft zum Durchatmen, und dann mit dem letzten Flieger am Dienstagabend zurück nach Hause. Kein Sightseeing, kein Fika, reines Arbeitsprogramm von der ersten bis zur letzten Minute.

Geburtstag am Edersee

Über meinen Geburtstag waren wir dann ein paar richtig schöne Tage in Waldeck am Edersee. Es war brutal heiß, gefühlt jeden Tag über dreißig Grad, aber die Ferienwohnung im Bergschlösschen hat das locker wettgemacht: top modern eingerichtet und mit einem fantastischen Blick direkt auf Schloss Waldeck. Wir waren oben auf Schloss Waldeck, zweimal an der Staumauer, und an der Aseler Brücke, die bei Niedrigwasser komplett trockenfällt – man kann dann einfach übers trockene Bett hinspazieren, ziemlich kurioser Anblick. Dazu ein Ausflug in den Wildtierpark und auf den Baumwipfelpfad, mit Blick übers Wasser, der bei der Hitze fast wie Balsam war. Am letzten Abend sind wir dann noch einmal bei Dunkelheit zur beleuchteten Staumauer gefahren – das lohnt sich wirklich, falls man's noch nicht gesehen hat, ganz anderes Bild als tagsüber. Zwei Wanderungen haben wir trotz der Hitze auch noch reingequetscht, mit viel zu wenig Wasser dabei, wie sich rausstellte.

Sonnenfinsternis mit Weinglas

Einen Tag nach meinem Geburtstag gab's dann noch die Sonnenfinsternis, standesgemäß vom Balkon aus mit einem Glas Wein. Leider haben wir viel zu spät daran gedacht, dass man dafür eigentlich eine Brille braucht – überall ausverkauft, nirgends mehr eine bekommen. Also haben wir das Ganze mehr erahnt als gesehen. Stimmung war trotzdem gut, aber ein echtes Naturschauspiel sieht anders aus. Nächstes Mal wird rechtzeitig bestellt.

Zurück im Alltag

Und dann ging's zurück in den ganz normalen Wahnsinn. Viel zu tun, Überstunden ohne Ende, die üblichen Themen stapeln sich, als hätten sie nur auf die Rückkehr gewartet. Business as usual, wie man so schön sagt – nur dass usual sich in dem Fall nach ziemlich viel anfühlte.

Runder Geburtstag, Looping inklusive

Die eigentliche Überraschung kam aber von meinen Kollegen: Die haben mir zum runden Geburtstag einen Rundflug geschenkt, gestartet ab Mainz-Finthen. Ich hab ein paar Euro draufgelegt und eine viersitzige Maschine gebucht, damit Simone mitfliegen konnte – Pilot war Adrian. Wir sind mit einer extra Schleife über unsere Heimat geflogen, was ein komisches und gleichzeitig schönes Gefühl ist, die eigene Gegend plötzlich von oben zu sehen. Danach weiter nach Koblenz, Zwischenstopp, beim Griechen gegessen, und über den Taunus zurück nach Mainz-Finthen. Ein richtig tolles Erlebnis, so eine Vogelperspektive auf die eigene Gegend bekommt man nicht alle Tage.

Also ganz so ereignislos war der August dann doch nicht, wenn ich's mir so aufschreibe. Zwischen Dienstreise, Burgblick, verpasster Sonnenfinsternis und einem Looping über der Heimat war ziemlich viel dabei. Und während ich das hier tippe, wird mir wieder bewusst: noch fünf Monate bis Tansania. Wird Zeit, dass ich hier wieder öfter vorbeischaue.

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